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Urlaub auf Usedom

Usedom ist die zweitgrößte Ostseeinsel und befindet sich im Mündungsgebiet der Oder, vor dem Stettiner Haff. Hauptanziehungspunkt der 445 Quadratkilometer großen Ferieninsel sind die breiten Sandstrände entlang der 40 Kilometer langen Küste. Die Kaiserbäder Heringsdorf, Bansin und Ahlbeck beeindrucken mit stolzen Bauten der Bäderarchitektur und verfügen über alle Annehmlichkeiten moderner Seebäder. Aber auch das idyllische Hinterland Usedoms, mit seinen Wäldern, Mooren und Seen, lädt zu vielfältigen Unternehmungen ein.

Die Geschichte Usedoms reicht weit zurück. Bereits im 12. Jahrhundert residierten die Herzöge von Pommern auf der Insel. In den folgenden Jahrhunderten geriet Usedom, zugunsten der größeren Städte Anklam und Wolgast, in Vergessenheit. Der Tourismus begann sich zu entwickeln, als Usedom, Anfang der 1920er Jahre durch eine Bahnlinie mit Berlin verbunden, zur “Badewanne Berlins” wurde.

Touristen gelangen über zwei Klappbrücken, unweit der Städte Anklam und Wolgast, auf die Insel. Von Anklam kommend stößt man zuerst auf Usedom, die älteste Siedlung der Insel. Im Anklamer Tor aus dem 15. Jahrhundert ist ein interessantes Heimatmuseum untergebracht. Auf dem Marktplatz verdient die Marienkirche Beachtung. Ein imposantes Kreuz erinnert auf dem Schlossberg an Bischof Otto von Bamberg, welcher hier im 12. Jahrhundert predigte.

Der wohl berühmteste Ferienort auf Usedom ist Ahlbeck. Wahrzeichen des schmucken Ortes ist die 1898 errichtete Seebrücke, mit ihrem von Türmen gekrönten Pavillon. Über das Leben am Meer in früheren Zeiten können sich Besucher in der Heimatstube sachkundig machen. Badespaß zu jeder Jahreszeit garantiert die “Ostseetherme”. Entlang der Uferpromenade gelangen die Gäste in das benachbarte Seebad Heringsdorf. Zahlreiche Prominente genossen hier die Sommerfrische. Die Villa Irmgard galt als Domizil des russischen Dichters Maxim Gorki und kann besichtigt werden. Schmuckstück Heringsdorfs ist die mit 508 Metern längste Seebrücke auf dem europäischen Kontinent. Mehr als 3 000 Muscheln werden im Muschelmuseum gezeigt. Im angeschlossenen Laden kann man sein ganz persönliches Erinnerungsstück erwerben.

In Nordwesten der Insel lädt das Seebad Zinnowitz zum Verweilen ein. Auf der Ostseebühne finden 1 300 Personen Platz. Jährlicher Höhepunkt im Eventkalender sind die Vineta-Festspiele. Die Theateraufführungen ranken sich um die versunkene Stadt Vineta. An der Seebrücke befindet sich eine Tauchgondel, welche es Besuchern ermöglicht, trockenen Fußes 3,5 Meter in die Ostsee abzutauchen. Das Städtchen Peenemünde galt bis 1989 als militärisches Sperrgebiet. Im Historisch-technischen Informationszentrum erhalten Besucher einen Einblick in die einstige Raketenversuchsanstalt. Den Geheimnissen der Physik können Urlauber in der “Phänomenta” auf den Grund gehen. Weiterhin sorgen ein Spielzeug- und ein Bettenmuseum für einen erlebnisreichen Ferienaufenthalt.

Wer die Idylle sucht, gelangt auf Kopfsteinpflaster und Sandwegen zu manch lauschigen Plätzen. Zwischen Peenestrom und Achterwasser erstreckt sich der Lieper Winkel. Fangfrischer Fisch wechselt im Hafen von Rankwitz seine Besitzer. Die Steilküste bei Quilitz bietet wunderschöne Ausblicke. In der Kirche von Liepe stößt man auf die bedeutendsten mittelalterlichen Wandmalereien Usedoms. Am Nepperminer See lohnt ein Spaziergang entlang der Promenade. Zahlreiche Schautafeln verraten viel Wissenswertes über die Natur im Norden Deutschlands. Beschauliche alte Fischerhäuser bestimmen das Bild im Städtchen Kamminke. Am Hafen starten Ausflugsboote in das benachbarte Polen. Radtouren oder Ausritte sind weitere Möglichkeiten, die Schönheit Usedoms fernab der großen Touristenströme für sich zu entdecken.

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